meine Bikes und Ihre Geschichten

 

Ich bin schon immer gerne Fahrrad gefahren, so lange ich denken kann. Einige Jahre hatte ich tatsächlich gar kein Fahrrad. Warum? Das kann ich gar nicht mehr sagen. 2013 kaufte ich mir dann mein Mountainbike. Das war gar nicht so einfach, denn der Verkäufer wollte mir unbedingt ein "Mädchen"-Mountainbike verkaufen und ich musste ihm dann ziemlich deutlich erklären, für was genau ich mein Geld auf den Tisch lege. Am Ende konnte ich mich mit meinem Wunsch dann auch durchsetzen. Mit dem Bike war ich ab dem Tag regelmäßig unterwegs. Im August 2018 ging es anlässlich unserer Geburtstage Rund und Schnapszahl auf die Seiser Alm. Dort kamen wir das erste Mal mit einem e-Bike in Kontakt. Bis dato war unsere Meinung "das ist was für ältere Leute". Da uns da ja niemand kannte, entschlossen wir uns, einfach mal in den Verleih zu gehen und so ein e-Bike auszuprobieren. Was soll ich sagen, es hat mega viel Spaß gemacht, die Berge hoch und runter zu fahren. Es war auch anstrengend, denn treten muss man ja trotzdem, aber man erweitert seinen Radius, da man ja Unterstützung bekommt. Aus dem Urlaub zurück stand fest, so ein e-Bike muss her. Nach einiger Suche hatte ich mich dann für ein Trekking-e-Bike von Haibike entschieden. Das Mountainbike geriet von nun an ein bisschen in Vergessenheit, es wurde e-Bike gefahren.

Wie auch immer das passiert ist, aber irgendwann wurde das Thema Rennrad und ein Rennradfahrer (Kollege meines Mannes, nennen wir den Kollegen "fremder Mann") des Öfteren durch meinen Mann erwähnt. Ich bin ja aufmerksam und neuen Dingen nicht abgeneigt, probiere viel und lasse mir auch gerne Tipps geben. So kam es, dass mein Mann immer öfters Rennrad-Themen zum Besten gab. Das machte mich neugierig und ich fing an, mich in das Thema Rennrad einzulesen. Da ich gesundheitlich zu dieser Zeit viele Probleme hatte und bis heute auch noch habe, dachte ich mir, Utopie, du kannst doch in deinem Alter nicht mehr damit anfangen Rennrad zu fahren. Klein, übergewichtig und nicht gerade die fitteste, gibt es für dich sowieso kein passendes Rennrad. Trotzdem war ich natürlich neugierig und ich surfte einschlägige Seiten für Rennräder an. Und dann eines Tages im Juli 2020, da sah ich es und war sofort schockverliebt. Ich geriet sofort ins Schwärmen, was meinen Mann wieder auf den Plan brachte. Letztendlich hatte er auch mit dem fremden Mann über das Bike gesprochen und beide meinten, Elke überleg nicht lange, kauf es. Jessas, ein gebrauchtes Rennrad kaufen, ob das die richtige Entscheidung ist? Das Bike stand an der Mosel zum Verkauf, also ging es an einem Samstag an die Mosel. Ich dachte zwar beim Kauf immer noch, ob das richtig war, das ist doch nichts für dich. Die Argumente warum es verkauft wurde, brachten mich zum Nachdenken, aber als ich dann das erste Mal drauf saß und gefahren bin, war es um mich geschehen. Ich wollte es nicht mehr missen. Jetzt geriet das e-Bike und das Mountainbike erst einmal in Vergessenheit und ich widmete meine freie Zeit dem Rennrad. Dieses Gefühl auf dem Rennrad kann ich nicht beschreiben. Es ist eine Mischung aus Zufriedenheit, Glück, Sorglosigkeit, Freiheit, entspannt sein. Auch wenn ich mittlerweile alle Bikes wieder regelmäßig nutze, das Rennrad ist das Bike, was mich am meisten zu mir selbst finden lässt, es ist einfach unbeschreiblich ❤🚲❤

Es kam dann auch wie es kommen musste, der fremde Mann und ich hatten einen kleinen Schlagabtausch, es ging natürlich ums Rennradfahren. Er plante eine Tour nach Dortmund zum Stadion und ich sollte mit. Natürlich wäre ich da nie mit gefahren, ich war mit meiner Kondition noch weit entfernt 90 km zu fahren. Irgendwie musste ich da also die Kurve bekommen und ich mit meiner großen Berliner Klappe sagte "nach Dortmund? Wenn dann nach Berlin zum Olympiastadion". Ich konnte ja nicht ahnen, dass der fremde Mann direkt zusagt. So werden dann wohl Ideen geboren. Am Anfang nahm ich das ganze gar nicht so ernst, aber irgendwann wurde es dann doch zu einem Wunsch und letztendlich zu einem Ziel. Ich fing an zu trainieren und legte meinen Fokus auf Wesel -> Berlin mit dem Rennrad.

Mein Zeitplan liegt derzeit bei einer Woche im Frühjahr/Sommer 2022 und ich hoffe, bis dahin auch fit genug zu sein, um meinen Plan durchzuziehen. Bis dahin wird weiter trainiert und Kondition aufgebaut. Ansonsten habe ich nicht vor, viel zu planen. Wie der fremde Mann bereits richtig festgestellt hatte, Unterkünfte kann man von unterwegs suchen und buchen, mit dem Handy ist das heute kein Thema mehr und man bindet sich nicht an ein steif vorgeplantes Routing und Tagespensum. Mein Mann wird mich mit dem Auto begleiten, so dass ich Klamotten und sonstiges Zubehör nicht auf dem Rad und Rücken mitnehmen muss. Ob der fremde Mann tatsächlich mit kommt, steht noch nicht fest. Es wäre sicher mega lustig und cool und mein Mann und ich würden uns freuen, wenn er mit kommt. Wir hatten ja schließlich beide anfangs eine ein bisschen durchgeknallte Idee mit der Tour nach Berlin und zu zweit fährt es sich sowieso leichter, lustiger und sicherer.

 
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